DHEA & andere Medikamente

Wenn man regelmässig vom Arzt verschriebene Medikamente einnehmen muss, sollte man grundsätzlich eine DHEA-Substitution im Voraus mit dem Arzt eingehend besprechen. In seiner Funktion ist das DHEA mit nahezu allen anderen hormonellen Substanzen des Organismus durch mehr oder weniger komplexe Feedbackmechanismen verknüpft und für eine ganze Reihe dieser Stoffe ist DHEA ein "Precursor", d.h. es stellt die chemischen Grundbausteine für ihre Synthese zur Verfügung. Eigentliche Konflikte sind deshalb in dieser Hinsicht nicht zu erwarten und bis heute auch nicht beobachtet worden. Dies gilt insbesondere auch für die Östrogen-Substitution bei Frauen nach der Menopause. Dabei sei jedoch darauf hingewiesen, dass klinische Untersuchungen in den USA gezeigt haben, dass bei einer DHEA-Substitution - ähnlich wie bei der Melatonin-Substitution - bereits nach kurzer Zeit auf die Verabreichung oraler oder transdermaler Östrogengaben verzichtet werden konnte.

Bei regelmässiger Einnahme von Medikamenten die direkt in die hormonellen Abläufe entweder hemmend oder fördernd eingreifen (z.B. Serotonin-, Dopamin-, Cholesterin- oder Cortisolhemmer, etc.), oder die direkt oder indirekt auf die Funktionen des Hypothalamus oder der Nebennieren einwirken, sollte auf die gleichzeitige Einnahme von DHEA verzichtet werden. Da DHEA mit all den genannten Substanzen in enger Wechselbeziehung steht, wäre zum Beispiel eine DHEA-Substitution bei gleichzeitiger Hemmung der Serotoninproduktion durch bestimmte Antidepressiva nicht sinnvoll. Ihr Arzt berät Sie sicher gerne und kann Ihnen Alternativen vorschlagen, die mit einer DHEA-Substitution vereinbar sind, oder sie sogar sinnvoll ergänzen.

Dr. Omid Khorram, Professor für Medizin an der Universität von Wisconsin, stellte in klinischen Studien fest, dass DHEA die Produktion von IGF-1 merklich erhöhte. IGF-1 oder "Insulinlike Growth Factor" (zu deutsch "insulin-ähnlicher Wachstumsfaktor") beeinflusst die Ausschüttung des natürlichen Wachstumshormons und ist unerlässlich für ein gut funktionierendes Immunsystem. Jedoch neben der Stimulierung des Immunsystems, kann die verbesserte IGF-1 Produktion auch Menschen helfen, die an Diabetes II leiden. Solche Patienten sollten deshalb eine DHEA-Substitution in Absprache mit ihrem behandelnden Arzt durchführen. Es wurde festgestellt, dass bei zahlreichen Fällen bereits nach wenigen Monaten der DHEA-Einnahme die Verabreichung von Insulin oder anderen Medikamenten deutlich gesenkt werden konnte.

Obwohl die Einnahme von DHEA in Form einer Nahrungsergänzung nach heutigem Erkenntnisstand ungefährlich und nebenwirkungsfrei ist, sollten Sie Ihren Arzt oder Ernährungsberater zu Rate ziehen, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind. Dies gilt besonders, wenn Sie sich zur Zeit in ärztlicher Behandlung befinden oder ärztlich verschriebene Medikanente oder andere Hormonpräparate einnehmen.